Der Pfiff ins Ungewisse

Ich liebe Tiere, ehrlich, die meisten jedenfalls. Bei Mücken bin ich nicht ganz sicher, wie gern ich sie haben sollte. Aber egal. Demzufolge liebe ich auch Hunde und Katzen und Kühe und Pferde. Nicht so lieb habe ich mitunter Halter und Halterinnen.


Pferde, die bellen, ...

Im Frühling kurz hinter Watt bei Regensdorf, auf dem rund drei Meter breiten Radweg Richtung Katzenrüti. Ich stosse mich den sanften Hügel hoch, da kann ich ungefähr zweihundert Meter entfernt eine Ansammlung von Tieren erkennen, die alles verbarrikadieren. Zwei Pferde und fünf Hunde, auf den Pferden jeweils eine Reiterin.


Und: Pfiff!

Ich nehme Tempo raus und rund fünfzig Meter hinter der Tiermenschgruppe pfeife ich – nicht allzu laut, aber so, dass es hörbar sein muss. Und laufe langsam weiter auf sie zu. Die Reiterinnen versuchen Ordnung ins Gefüge zu bringen, alleine: ein Pferd will nicht so recht wie die Reiterin und möchte – vermute ich – lospreschen.


Schuld ohne Sühne

Sie kann es bändigen, kurz bevor ich sie erreiche. Und dann ernte ich Geschrei, Gefluche, Geschimpfe, Anmotze, so etwas habe ich noch nie erlebt. Und einmal mehr bin ich froh um meine Knöpfe im Ohr, die das Gekeife massiv dämpfen und mir meine tatsächlich sehr gute Laune nicht nehmen. Ich höre was von rücksichtslos und lautem Pfiff und eigentlich fehlt nur, dass ich angespuckt werde. Ich laufe weiter und denke: da sind zwei Pferdehalterinnen, deren Pferd nicht will wie sie, und ich bin schuld. Die sich mit zusätzlichen fünf Hunden auf einem Radweg befinden, deren Pferde in der Region Katzensee alles zuscheissen, was zuscheissbar ist, die mit ihren Pferden dafür sorgen, dass Methangase in rauen Mengen in die Atmosphäre entlassen werden, aber ich bin der Depp. Ich bin das Böse? Woaah, es fühlt sich gut an, das personifizierte Böse zu sein. Wie Al Pacino im Film: The Devil’s Advocate. Superfilm, superböse.


Regel: Wer Pfiffe sät, erntet Wiehern.

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